Impressum / Kontakt

Nach dem Datengau: Retten, was zu retten ist

Das Gedächtnis eines Unternehmens lagert heute überwiegend in seinen Festplatten. Das E-Mail-Archiv, Buchungsdaten, Geschäftsberichte, Preislisten, Produktentwicklungen, laufende Angebote und Wettbewerbsbeobachtungen werden nicht mehr in Papierform abgelegt, sondern auf der Festplatte. Ein Datenverlust kann dem Unternehmen daher enormen Schaden zufügen – vom reinen Informationsverlust bis hin zur anstehenden Steuerschätzung, wenn durch den Verlust elektronischer Belege einzelne Geschäftsvorfälle nicht mehr nachvollziehbar sind. Kleinere Unternehmen und solche, deren gespeicherte Daten den Kern des Geschäftsbetriebs ausmachen, zum Beispiel Steuerberater- und Anwaltsbüros, sind dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Im Vorhinein bietet ein durchgängiges Konzept zur regelmäßigen Datensicherung einen gewissen Schutz vor solchen Verlusten. Doch zum ersten vergeht von einer Datensicherung zur nächsten ein Zeitraum, innerhalb dessen durchaus Daten von vitaler Bedeutung anfallen und im schlimmsten Fall wieder verloren gehen können.

Zum zweiten werden bei physischen Ereignissen wie bei einem Brand, einer Überschwemmung oder einem Erdbeben oft sowohl die eigentlichen Datenträger als auch die Sicherungsbänder oder Sicherungs-CDs und DVDs beschädigt.

Doch nicht nur ein Brandschaden oder ein Wasserschaden kann zum Datenverlust führen, ein Virus, Wurm oder Trojaner stellt eine mindestens ebenso große Gefahr für die Firmendaten dar. Im letzten Jahr traten gleich mehrere Schadprogramme auf, die Daten auf den Festplatten ihrer Opfer verschlüsselten und von den Geschädigten Lösegeld erpressten, um die Verschlüsselung rückgängig zu machen.

Und nicht zuletzt ist oft der "Faktor Mensch" für versehentlichen Verlust wichtiger Unternehmensdaten verantwortlich. Schon mancher Mitarbeiter hat versehentlich seine Festplatte formatiert oder mit angelesenem Halbwissen versucht, die Festplatte nach eigenen Vorstellungen zu partitionieren. Dass dabei alle Daten verloren gehen, ist manchem erst danach aufgefallen. Unter Windows schützt der Papierkorb vor dem all zu unbedachten Druck auf die Löschtaste, doch auch der wird irgendwann geleert – manchmal, bevor dem Mitarbeiter die Bedeutung der dort gelagerten Daten zu Bewusstsein kommt.