
Beschädigte Daten selbst wiederherzustellen, ist mit einem hohen Risiko verbunden. Reparaturversuche ohne entsprechendes Fachwissen führen unter Umständen dazu, dass Daten entgültig zerstört werden, die von Fachleuten noch hätten gerettet werden können. Das trifft insbesondere zu, wenn der Datenträger physisch beschädigt ist. Kratzende oder klappernde Geräusche aus dem Festplattengehäuse deuten auf solche physischen Schäden hin. Wenn der Schreib-/Lesekopf der Festplatte auf die Magnetscheibe aufsetzt, spricht man von einem Headcrash – auch dann sind die Daten oft noch zu retten, aber nicht mehr im Selbstversuch.
Bei offenkundigen physischen Beschädigungen, die entweder sicht- oder hörbar zu erkennen sind, kann der Anwender zur Rettung seiner Daten zunächst nur eines tun: Den betroffenen Datenträger so schnell wie möglich außer Betrieb nehmen und bis zum Transport zu einem Datenrettungsunternehmen erschütterungsfrei lagern. Im Umgang mit physisch beschädigten Datenträgern machen viele Anwender zwei entscheidende Fehler:
Festplatten, deren Umdrehungsgeräusch auf einen Lagerschaden schließen lässt, dürfen nicht geschüttelt und gerüttelt werden. Möglicherweise schlägt erst dabei der Lese-/Schreibkopf auf das Speichermedium und beschädigt einige Daten unwiederbringlich. Wenn ein solches Geräusch auftritt, ist es im Idealfall noch möglich, die wichtigsten Daten auf einen, beispielsweise per USB angeschlossenen, externen Datenträger zu kopieren. Falls das nicht möglich ist, sollten alle weiteren Rettungsversuche professionellen Datenrettungsunternehmen überlassen werden. Eine Software zur Datenrettung kann physisch beschädigte Datenträger verständlicherweise nicht reparieren.
Der zweite Fehler, der häufig gemacht wird, liegt nahe, wenn Festplatten durch einen Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen wurden. Viele Anwender versuchen, mit einem Föhn oder einer anderen Wärmequelle die gewässerte Festplatte zu löschen. Datenrettungsunternehmen empfehlen im Gegenteil, die Festplatte in feuchte Tücher zu wickeln und auf dem schnellsten Weg zu einem professionellen Datenretter zu bringen. Noch mehr Eile ist geboten, wenn der Schaden durch Salzwasser entstanden ist, denn Salz beschleunigt die Korrosion. Deshalb sollte die Festplatte in einem luftdichten Behälter an das Datenrettungsunternehmen gesandt werden.
Auch ansonsten ist Nicht-Experten davon abzuraten, physisch auf beschädigte Datenträger einzuwirken. Sowohl ein Öffnen des Festplattengehäuses als auch die Beseitigung grober Verschmutzungen verschlimmert eher die Schäden, als sie zu beheben.