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Checkliste Datenrettung: Sofortmaßnahmen

Der Augenblick, in dem ein Festplattendefekt augenscheinlich wird, ist auch der Augenblick, in dem die schlimmsten, manchmal nicht wieder gut zu machenden Fehler gemacht werden. Die folgende Checkliste hilft, die schlimmsten Fehler zu vermeiden.

  1. Wurden die Daten durch einen Anwenderfehler gelöscht, befinden sie sich häufig noch im Papierkorb. Bevor Sie in Panik ausbrechen, sehen Sie zunächst im Papierkorb nach. Ausnahme: Gelöschte E-Mails befinden sich nicht im Papierkorb, sondern meist in einem Ordner "Gelöschte Objekte" innerhalb des E-Mail-Programmes.
  2. Sind die gelöschten Daten nicht mehr im Papierkorb, oder wurden sie durch ein Formatieren der Festplatte gelöscht, verhindern Sie schnellstens jeden weiteren Schreibzugriff auf die Festplatte. Fahren Sie das System herunter und schalten Sie den Computer erst wieder ein, wenn Sie die Festplatte aus dem PC entfernt haben.
  3. Macht eine Festplatte plötzlich ungewohnte Betriebsgeräusche, hängt das weitere Vorgehen von der Bedeutung der darauf gespeicherten Daten ab:

    1. Sind die Daten hochbrisant und existiert kein Backup der Daten, nehmen Sie die Festplatte sofort außer Betrieb. Überlassen Sie die Datenrettung einem professionellen Datenrettungsunternehmen.
    2. Sind die Daten weniger wichtig, und lässt sich auf die Festplatte noch problemlos zugreifen, versuchen Sie zunächst, alle bedeutsamen Dateien auf eine andere Festplatte zu kopieren. Gelingt das, entsorgen Sie die Festplatte. Eine weitere Nutzung trotz eines mechanischen Defekts würde sonst zu einem echten Desaster führen.
  4. Eine mechanisch beschädigte Festplatte, die sich nicht mehr lesen lässt, dürfen Sie weder schütteln noch das Gehäuse öffnen. In beiden Fällen verschlimmern Sie die Schäden und einzelne Daten werden unwiederbringlich zerstört.
  5. Hat der Computer unter Wasser gestanden, versuchen Sie auf keinen Fall, die Festplatte mit Hilfe eines Föhns oder Heizlüfters zu trocknen. Im Gegenteil sollten Festplatten, die einen Wasserschaden erlitten haben, feucht gehalten werden und in noch feuchtem Zustand (zum Beispiel eingewickelt in ein feuchtes Handtuch) einem Datenrettungsunternehmen zugestellt werden.
  6. Auch nach schweren mechanischen Beschädigungen, wie nach einem Brand oder einem Einsturz, lassen sich Daten teilweise wiederherstellen. Werfen Sie Festplatten mit hochbrisanten Daten auch nach solchen Katastrophen nicht einfach weg.
  7. Von Blackmailer-Trojanern verschlüsselte Daten können häufig von Antiviren-Herstellern wieder entschlüsselt werden. Auch nach Zahlen der Lösegeldforderung rücken die Cyberkriminellen den Schlüssel oft nicht mehr heraus.
  8. Bevor Sie bei einem professionellen Datenrettungsunternehmen eine kostspielige Wiederherstellung in Auftrag geben, prüfen Sie, ob sich dieser Aufwand für die nach der letzten Datensicherung entstandenen Daten überhaupt lohnt.
  9. Achten Sie beim Einspielen der Datensicherung darauf, nicht versehentlich die Sicherungsbänder zu überschreiben oder zu beschädigen. Unter enormem Stress hat schon mancher den falschen Knopf gedrückt.