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Ihre Hilfe zur Datenrettung


Checkliste Datenrettung: Selbsthilfe

Nicht für jeden lohnt es, mehrere hundert bis mehrere tausend Euro für eine professionelle Datenrettung auszugeben. Insbesondere private Anwender werden wahrscheinlich eher selbst versuchen, die Daten zu retten. Die folgende Checkliste ist bei diesem Versuch hilfreich.

  1. Sind die Daten nicht erreichbar, weil sich der PC nicht mehr booten lässt, sind zwei Fälle zu unterscheiden:

    1. Wird die Festplatte vom BIOS überhaupt nicht mehr erkannt, ist entweder die Festplattenelektronik defekt oder das BIOS wurde verstellt. Im ersten Fall können Sie selbst nichts mehr retten, im zweiten Fall stellen Sie die Festplattenparameter im BIOS neu ein. Hier gibt es eine Option wie „Autodetect“, die automatisch die korrekten Parameter aus der Festplattenelektronik ausliest.
    2. Wird die Festplatte noch erkannt, kann aber nicht mehr booten, ist ein Softwareproblem wahrscheinlich. Um die Daten zu retten, verwenden Sie ein CD-Betriebssystem wie Knoppix (www.knopper.net), um zu booten, und kopieren die wichtigen Daten Ihrer Festplatte auf CD oder einen USB-Stick.
  2. Sind die Daten durch einen Bedienfehler gelöscht worden, sind sie oft noch im Papierkorb oder innerhalb des E-Mail-Programms vorhanden und können sehr einfach wiederhergestellt werden. Wurde Word oder ein anderes Office-Programm ohne vorheriges Speichern unterbrochen, ist die letzte Version der Datei über eine Funktion wie „Auto-Wiederherstellen“ noch erreichbar.
  3. Sind Daten nicht mehr im Papierkorb vorhanden, oder wurde die Festplatte formatiert, sollte sie sofort außer Betrieb genommen werden. Die Festplatte sollte dann in ein anderes System eingebaut werden, die Daten können danach mit Hilfe passender Software aus unserer Software-Übersicht wiederhergestellt werden.
  4. Deuten Geräusche aus dem Festplatten-Inneren auf einen mechanischen Schaden hin, kopieren Sie alle wichtigen Daten umgehend auf einen anderen Datenträger – Achtung! Kopieren Sie die Daten nicht versehentlich auf eine zweite Partition der selben Festplatte. Geräusche aus dem Festplatten-Inneren gehen einem Festplatten-Exitus meist nur wenige Stunden voraus.
  5. Ob eine Festplatte physisch beschädigt ist, lässt sich häufig mit einem Diagnoseprogramm des Festplattenherstellers prüfen. Geeignete Diagnoseprogramme finden Sie auf den Websites der meisten Festplattenhersteller zum kostenlosen Download. Nach einer Diagnose können Sie entscheiden, die Festplatte zu entsorgen oder weiter zu benutzen.
  6. Sind einzelne Dateien auf einem Flash-Medium, zum Beispiel der Speicherkarte einer Digitalkamera, beschädigt, nutzen Sie die Karte bis zur Wiederherstellung nicht mehr, um Fotos aufzunehmen. Auch für die Datenrettung von Flash-Medien gibt es spezielle Software in unserer Software-Übersicht.
  7. Vorbeugen ist besser als heilen: Das gilt auch für den PC. Gerade im Privatbereich wird das Thema Datensicherung häufig vernachlässigt. Tipp: Bauen Sie eine zweite Festplatte in Ihren PC ein, die Sie ausschließlich zur Datensicherung nutzen und kopieren Sie per Windows-Zeitplandienst täglich den Ordner „Eigene Dateien“ mit allen Unterverzeichnissen, sowie die E-Mail-Ordner, auf diese Festplatte. Damit werden zumindest die von Ihnen erstellten Dateien, Schriftstücke, Fotos und Musik, regelmäßig gesichert und stehen auch nach dem Hardware-Tod von einer der beiden Platten noch zur Verfügung.